Der Sprung ins Leben

Zu meiner systemischen Aufstellung vergangenen Donnerstag hatte sich nur 1 Dame angemeldet. Normalerweise sage ich dann ab und verweise auf die nächste Aufstellung. Aber diesmal sagte meine Seele, ich solle die Aufstellung machen. Ich fragte nochmal nach, aber es kam immer die gleiche Information. Also sagte ich die Aufstellung erst mal nicht ab.

Ein paar Stunden davor, sagte sie, du hast noch eine Sache mit dir zu klären. Ich ging also in meinen Arbeitsraum und wartete auf weitere Vorschläge. Ich erhielt nur die Anweisung: „Spring!“. Wie? äh wo?. Ich stand in meinem Raum und wusste nicht so recht, was zu tun sei. „Mach einen Satz auf die Seite und fühle eine vollkommen neue Einstellung an der neuen Stelle, auf der du dann stehst.“

Ich machte einen Satz auf die Seite und  sah mich plötzlich einer ganz neuen Perspektive gegenüber, etwas nicht Gekanntes, noch nie Erlebtes.

„Darum geht es nun in Deinem Leben. Lass Dich auf Neues ein und vertraue, vertraue dem Leben an sich!“

Ich schloss meine Augen und sah mich einen Baum hochklettern. Ich stand ziemlich hoch auf einem dicken Ast. „Spring“, sagte sie wieder. „Spring und vertraue!“

Ich sah runter und konnte keinen Boden erkennen, so hoch war ich geklettert. Mein Verstand sagte sofort, wenn du da runter springst, bist Du tot oder Du brichst Dir sämtliche Knochen.

Langsam begriff ich worum es hier ging. Es ging um grenzenloses, „blindes“ Vertrauen dem Leben selbst und meiner Seele gegenüber, auch wenn mein Verstand etwas anderes sagt. Ich sprang und landete auf einer weichen weißen Wolke. Natürlich war dies nur ein virtuelles Spiel, bei dem nichts passieren konnte. Aber wenn man es aufs Leben hoch multipliziert, so bin ich schon aufgerufen, dem Leben an sich mehr zu vertrauen, mich auf neue Dinge, andere Dinge einzulassen, auszuprobieren und zu staunen, was es alles noch gibt.

Auch wenn mein Verstand sofort analysieren und bewerten möchte, was möglich ist und was nicht, was mir gut tut, was mir schadet, brauche ich doch diesen Mut zum grenzenlosen Vertrauen ins Leben selbst.

Der Verstand kann nur Zusammenhänge aus dem erschaffen, was er schon kennt. Das ist so, wie wenn man ein Leben lang nur im eigenen Dorf lebt und  nie außerhalb des Dorfes gewesen ist.

„Lass Dich aufs Leben ein und bewerte nicht. Nichts ist wirklich gut oder schlecht, für Dich, es IST einfach. Ordne nichts ein, versperre dich nicht und lass los!“ gab sie mir nochmals auf den Weg.

Die Aufstellung am Abend war neu und anders. Die Dame und ich saßen danach noch lange da und redeten über Gott und die Welt. Es war ein sehr erfüllender Abend. Es wäre schade, wenn ich das nicht hätte erleben können.

Nichts in unserem Leben wiederholt sich. Es ist immer neu, immer anders. Es fühlt sich nur ähnlich an, weil unser Verstand immer die gleichen Gedanken produziert. Diese immer gleichen Gedanken, produzieren auch die ähnlichen Situationen, weil wir ja ähnlich reagieren. Wenn wir uns vollkommen auf das Leben einlassen, sich ihm hingeben, merken wir schnell, dass die momentane Situation heute eine ganz andere als gestern ist. Wenn wir die Vergangenheit loslassen, bringt uns die Zukunft NEUES, UNGEAHNTES und FANTASTISCHES. Lassen wir uns darauf ein!

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