Von dem Wunsch nach Veränderung..

So geht es jedenfalls nicht mehr weiter, es muss sich was ändern!

Dieser Satz kam mir früher öfter über die Lippen als heute. Heute weiß ich, dass Veränderung, also das Sich-Selbst-Ändern, viel schwieriger ist, als man meint.

Da ist man in einer Situation, die man so nicht mehr haben will. Insgesamt leidet man darunter, was man natürlich nur schwer zugeben möchte. Ich dachte früher, zu wissen, dass sich etwas ändern soll, reicht  schon aus, um etwas zu erreichen. Aber weit gefehlt..

In Wirklichkeit steht man erst am Anfang einer langen Kette, die Kette zur Veränderung.

Wenn man weiß was man nicht mehr will, weiß man noch lange nicht, was man will.

Wenn ich meine Klienten an der Stelle frage, wie hättest du es denn gern? Dann kommen fast immer Antworten wie, es soll das und das aufhören, der Andere soll das nicht mehr tun, das und das will ich nicht mehr haben.

Ich mache dann darauf aufmerksam, dass das nicht meine Frage war. Meine Frage lautete: Wie hättest du es denn gern?

Mit positiver Zielformulierung tun wir uns alle schwer. Wir haben Angst davor, es nicht erreichen zu können, was wir uns so sehr wünschen. In frühester Kindheit haben wir gelernt mit Frust umzugehen. Wir haben gelernt, dass das, was wir wollen, oft unerreichbar für uns ist. Die Angst vor Enttäuschung hält uns oft zurück unser Ziel zu formulieren. Aber genau das ist notwendig, um das Blatt zu wenden. Schon allein in dem Wort „notwendig“ steckt ja die Bedeutung, dass die Wendung der Not unumgänglich ist.

Das Wissen, dass etwas geändert werden muss, ist der Standpunkt oder Ausgangspunkt. Die positive Zielformulierung bedeutet dann den 1. Schritt in die Richtung, die ich einschlagen will. Oft übergehen wir diesen wichtigen Schritt. Wenn wir uns jedoch nicht im Klaren darüber sind, wo das Ziel ist, werden wir in unseren alten Mustern unweigerlich feststecken.

Ich schreibe mir meine Ziele immer irgendwo auf, damit sind sie in die „Realität“ gebracht. Dabei formuliere ich sie positiv, d. h. ich schreibe sie so auf, als wären sie bereits  passiert. Meine Freundin sagt immer, jetzt kommt der wichtigste Schritt. „Lass Dein Ziel wieder los“. Nur so halten wir nicht krampfhaft an einem Ergebnis fest, sondern wir visualisieren mit dem Loslassen eine neue Realität. D. h. wir schwingen uns auf ein Schwingungsmuster ein, ohne krampfhaft zu wollen. Das ist oft nicht einfach.

Der Rest ist für mich richtig Arbeit. Denn jetzt gilt es eingefahrene Strukturen, Denkweisen und Worte, die ich immer wieder ausspreche, Dinge, die ich automatisch tue, zu hinterfragen. Das ist meine Bewusstseinsarbeit. Der Weg zu einem Ziel ist genauso spannend und irgendwie schön, wie das Ziel selbst. Denn jetzt zeigt sich mir oft, dass ich genau vor der Veränderung einen Riesenbammel habe. Jede Veränderung zieht unweigerlich Konsequenzen nach sich. Nicht immer sind wir bereit, diese Konsequenzen zu tragen.

Man braucht sich nur zu fragen, wer bin ich, wenn sich mein Problem von selbst erledigt. Das ist oft eine interessante Frage. Stell Dir vor, Du bist berufstätig und schmeisst nebenbei auch noch den ganzen Haushalt. Du wünschst Dir nichts sehnlicher als, dass alle Familienmitglieder im Haushalt mit anpacken, ja mehr noch, dass sie ihren Teil der Verantwortung voll umfänglich tragen. Dann kannst Du Dich fragen, wer bin ich, wenn ich plötzlich nur noch ein Viertel von dem zu tun habe, was ich bisher getan habe. Der Rest geht mich nichts mehr an.

Wenn Du ehrlich zu Dir bist, bedeutet dies jetzt einen gewissen Identitätsverlust, denn Du hast Dich ja bisher über Deine Doppelbelastung identifiziert. Was wäre jetzt, wenn nur noch ein geringer Teil der Verantwortung auf Dir lastet und um den Rest brauchst Du Dich nun nicht mehr zu kümmern? Wer bist Du dann? Wer bist Du ohne Dein Problem?

Jetzt ist auch klar, warum sich oft die zuvor gewünschte Veränderung nicht einstellen mag. Nicht, weil unsere Mitmenschen sich nicht ändern wollen, sondern weil wir oft zu große Angst vor Veränderung haben.

Aber das ist menschlich.

Alles ist gut!

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